Kreta 2025 Travelogue - Kostas II 
27.11. 2025 (Iraklio)
Heute
Nacht gegen 2Uhr gab es einen klitzekleinen Erdstoß, wie er auf Kreta
wohl ständig vorkommt. Wir wurden beide wach und das Bett schaukelte in
unserer Wahrnehmung heftig in der Längsrichtung. Vermutlich waren es
nur Millimeter und in den Nachrichten erwähnt wurde auch nur ein Beben
in der Nähe von Santorini, das sich aber Stunden später ereignet hat.
Nach
dem zweckmäßigen, aber ordentlichen Frühstück im Hotel begaben wir uns
kurz auf die Suche nach einem Olivenölverkauf in einem Industriegebiet,
aber unter der uns bekannten Adresse war nichts zu finden. Tom stellte
daraufhin die moderne Version des Paradoxons des Epimenides auf: "Eine
kretische Webseite sagt: Alle kretischen Webseiten lügen." Wer es nicht
kennt kann ja jetzt darüber nachdenken oder nachlesen. Wir stellten das
Öl hinten an und fuhren zum ersten echten Ziel des Tages, den Ruinen
der Stadt Temenos, nahe Profitis Ilias, nicht einfach zu finden,
herrlich einsam und nur mit etwas Mühe zu erreichen, zumal der Wind uns
heute fast das Smartphone aus der Hand gerissen hat.

Beim
Rückweg fiel mir auf, dass auch in Profitis Ilias mit Inbrunst das
Konzept unseres gestrigen Restaurants gelebt wird: "From the farm to
the table". Hier ist der Grill gleich im Schafspferch aufgebaut...

Nächster
Programmpunkt auf Kostas' Liste waren die minoischen Villen von
Tylissos, beim heutigen Tilisos gelegen. Tatsächlich war die Stätte
geöffnet und zugänglich, zwei Personen freuten sich über den Besuch und
verkauften uns gerne die Tickets für je 2€. Die Grundmauern der drei
Villen sind ausgezeichnet erhalten und geben einen guten Eindruck der
Architektur der kleinen, mit dem nahen Knossos verbundenen Siedlung.

Anschließend
fuhren wir etwas weiter nach Norden und besuchten die Olivenölerzeuger
Striligkas, wie 2023 ein Familienunternehmen, und wurden durch den
Betrieb geführt. Leider gab es keine Olivenpaste, aber etwas Öl nahmen
wir natürlich mit, außerdem servierte uns der Mitarbeiter zur
Ölverkostung einen von ihm selbst erzeugten Hartkäse, der uns so gut
schmeckte, dass wir ihm einen kleinen Laib abkauften. Als Dank dafür
gab es eine Seife und eine Tüte Orangen retour, so macht das Freude!

Zum
Abschluss des Ausflugs kehrten wir in die Papadakis Taverna in Rodia
ein, in der gerade eine große Familienfeier stattfand. Das bedeutet
aber nicht "geschlossene Gesellschaft", wie auch vor zweieinhalb Jahren
in Iraklio duften wir selbstverständlich das Lokal besuchen und
speisten wieder hervorragend, dieses Mal Griechischen Salat,
Zucchinibällchen, Tsatsiki, Ziege in Tomatensauce und Lammkotelettes.
Vor
der Rückfahrt genossen wir noch einmal den Blick auf Iraklio, für den
das Lokal mit seinen großen, heute vom Sturm gebeutelten
Panoramascheiben, bekannt ist.

Und
nun beschließen wir den Tag im "Deja Vu", einer netten Bar unweit des
Hotels, in der man überdacht und windgeschützt noch wunderbar draußen
sitzen kann!