Kreta 2025 Travelogue - Kostas II Labrys

26.11. 2025 (Iraklio)

Schon wieder 23:15Uhr und noch kein Wort geschrieben, das übliche Schicksal des Chronisten.

Heute früh endlich mal ein Frühstück jenseits der Zimtkringel, das tat gut! Je nach gusto Joghurt mit Trockenfrüchten, Teigtaschen mit Frischkäse-Kräuter-Füllung oder ganz herzhaft Toast mit Spiegelei, Würstchen und sonstigen Schweinereien. Danach das Appartement räumen, Auto vom Parkplatz holen und ab auf die Straße nach Maroulas, einem verträumten Bergdorf, in dem die Zeit stehen geblieben scheint. Außer in der Taverne, da weiß man, welche Stunde geschlagen hat, es ist Winter, und daher gilt einmal mehr "Laut Schild hat es geöffnet".

Maroulas

Nächstes Ziel war die "Cretan Distillery", die schöne Trester unterschiedlichster Traubenmaische brennt. Uns wurde alles gezeigt und erklärt, dann füllten wir die Souvenirtasche.

Anschließend besuchten wir die Ausgrabungen von Eleutherna, die wir 2023 nach der Besichtigung des Klosters Arkadi im wahrsten Sinne des Wortes links liegen lassen haben. Aber auch heute sahen wir nur einen Bruchteil des riesigen Geländes, das man sich in steil abfallendem Gelände erwandern muss.

Eleutherna

Und weiter ging es nach Südosten, unweit des Psiloritis liegt Kretas höchstgelegene Ausgrabungsstätte, die erst seit 1986 erforscht wird: Zominthos

Aber, ihr ahnt es schon, der running gag schlug wieder zu: "Laut Internet hat es geöffnet"

Zominthos

Und dann wollten wir eigentlich nach Zaros, kamen aber nur bis zur Idäischen Grotte, sahen den Sackgassen-Charakter der Straße ein, kehrten um, erfreuten uns an der spektakulären, kargen Landschaft und kehrten auf Kaffee, Bergkräutertee und Filoteig mit Schafsmilchcrème in einem Café in Anogia ein. Wir bewunderten die vielen Fotografien an den Wänden und wurden daraufhin von Wirtin Maria aufgeklärt, dass die Wehrmacht 1944 das Dorf als Vergeltung für die Entführung des Generalmajors Heinrich Kreipe vollkommen zerstört und alle aufgegriffenen männlichen Einwohner ermordet hat. Viele der Bilder zeigen Männer, die diesem Massaker zum Opfer gefallen sind.

Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde unternahmen wir keinen zweiten Versuch, nach Zaros zu fahren, und quartierten uns für die kommenden vier Nächte im Hotel Kronos in Iraklio ein, wo wir schon erwartet wurden.

Hotel Kronos

Das Hotel ist zentral unweit des Hafens gelegen, nett eingerichtet und wir haben sogar einen der raren Parkplätze vor dem Haus ergattert, was sehr viel Geld spart. Leider liegt zwischen uns und dem Meer die recht viel befahrene Küstenstraße und etwas hellhörig ist es auch, aber dagegen gibt es ja geeignete Schutzmaßnahmen.

Und dann folgte ein ganz besonderer Höhepunkt der Reise, dank Kostas' akribischer Vorbereitung besuchten wir das Peskesi, unlängst als bestes Bio-Restaurant Europas ausgezeichnet! Hier werden ausschließlich kretische Spezialitäten aus regionalen Zutaten angeboten, teilweise vom restauranteigenen Bauernhof. Bei allen Hauptzutaten ist angegeben, von wo und aus welcher Entfernung sie stammen, und eine gute Wein- und Bierkarte runden das Erlebnis ab.

Wir entschieden uns für
Zum Glück hatte das Peskesi nicht nur laut Internet geöffnet und zum Glück haben wir ohne Reservierung überhaupt einen Tisch bekommen!

Um die vielen Eindrücke zu verarbeiten und das gute Essen zu verdauen unternahmen Ratri und ich noch einen Spaziergang zum Leuchtfeuer am Ende der Mole. Klingt nicht nach viel, aber die Mole ist lang, hin und zurück fast 5km. Und nun ist es 0:20Uhr und es wartet der Schlaf.

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