Kreta 2025 Travelogue - Kostas II Labrys

25.11. 2025 (Rethymno)

Faultiertag! Ausschlafen, duschen, etwas mit unserer Lieblings-KI über die Regeltechnik von Wärmepumpen chatten und dann Tee auf dem unteren der beiden Balkone auf der Meerseite, insgesamt haben wir sogar drei. Und dann schnell das Schreibzeug raus, schließlich wohnen wir in "George's Poet Maisonette"!

Aber, oh weh, unter unserem Appartement liegt das Grillrestaurant Samaria und emittiert Souvlaki-Düfte. Also noch die Sesam-Zimt-Kringel von gestern auf den Tisch, und dann volle Konzentration...

Ein Poet
nach Kreta geht.
Er sitzt am Meer
doch sein Kopf ist leer.
Die Gedanken vom Wind verweht.

Das Samaria arbeitet übrigens angeblich 24 Stunden pro Tag, "Laut Internet hat es geöffnet" muss also um "Laut Schild hat es geöffnet" ergänzt werden. Aber am Tag arbeitet es wirklich, wie wir unschwer riechen können.

Wir starteten unseren Tag mit einem späten Frühstück in der earth flavor bakery mit ihren leckeren Backerzeugnissen, nachdem wir einem der geschätzt letzten fünf Filo-Bäcker Griechenlands einen Besuch abgestattet hatten. Im earth flavor gibt es herzhaft belegte Brötchen, etwa mit gegrilltem Gemüse und kretischem Frischkäse, aber vor allem verführerische Süßigkeiten, wie diese kleinen Törtchen mit Käsecremé-Füllung.

Kaeseküchlein earth flavors

Die Innenstadt von Rethymno erstrahlt von Tag zu Tag mehr in weihnachtlichem Glanz, und Lichterketten und Weihnachtsmänner unter Orangenbäumen kommen uns unpassend vor. Diesen Widerspruch habe ich zum Anlass genommen zu recherchieren, wie denn vermutlich das Klima um den 24. Dezember im Jahre 0 war, und siehe da, für Schnee zu trocken aber vermutlich schon saukalt, um die 0°C erscheinen plausibel. Frühlingshafte 20°C und Orangenbäume passen also tatsächlich nicht.

Insgesamt gefällt uns Rethymno außerordentlich gut, sehr gepflegt, hübsche Geschäfte und Restaurants jenseits der üblichen Touristen-Grillplatten, es war gut, nach 2023 noch einmal herzukommen, damals war uns der Ort zu überlaufen. Heute konnte man den berühmten Rimondi-Brunnen sogar ohne Besucher fotografieren, vor zweieinhalb Jahren undenkbar, eine lautstarke Selfie-Orgie. Die Schafe sind übrigens auch wieder dabei, sie waren nicht gerade euphorisch, den gemütlichen Stall in Oberschwaben zu verlassen, aber die Aussicht auf etwas wärmere Temperaturen und Millionen Artgenossen hat sie dann doch überzeugt. Und wenn schaf sich dann auch noch ungestört an einem venezianischen Brunnen laben kann, ist die Welt doch in Ordnung.

Schafe am Rimondi Brunnen

Wir schlenderten weiter zur Fortezza, der venezianischen Festung in Rethymno, die wir beim letzten Besuch aufgrund des Ostermontags verschlossen angetroffen hatten. Die große Anlage ist sehenswert und enthält, siehe gestern, nicht nur Zeugnisse der Venezianer, sondern auch der nachfolgenden Osmanen, wie die Sultan-Ibrahim-Moschee.

Fortezza Rethymno

Auf dem Rückweg zum Appartement passierten wir erneut das Lokal der Kooperative Gepetto, dort gibt es Kunst, Sport, Kleidung, Marionettentheater und Verköstigung, besonders beworben wurde das frische, kalte, lokale Bier, dem wir uns nicht entziehen konnten. Und plötzlich wich die angenehme Wärme einem böigen, kalten Wind, und wir saßen anschließend auch nur noch kurz auf dem oberen, meerseitigen Balkon.

Am frühen Abend suchten wir eine von Kostas recherchierte Taverne auf, die eine Vielzahl leckerer Gerichte in üppiger Portionsgröße servierte, und beschlossen den Abend zeitig. Auch Faultiere werden müde!


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