Kreta 2025 Travelogue - Kostas II Labrys

24.11. 2025 (Rethymno)

"Laut Internet hat es geöffnet" wird der running gag der Reise, traf schon gestern auf die ausgesuchte Taverne zu, und heute morgen auf das Café Kormorano, das unser Frühstück zubereiten sollte, ebenso.

Der Kormoran
fängt heute später an.
Oder es traf
ihn der Winterschlaf.
Oder ist in den Urlaub gefahr'n.

Also ein Kaffee oder Tee neben dem Parkplatz, und den Rest des Tages mit Knabbergebäck bestreiten, das wir in einem Supermarkt, der mit nordamerikanischer Weihnachtsmusik beschallt wurde, erstanden haben.

Auf der Fahrt zu unserem ersten Ziel, Kastellos, durchquerten wir einige Plantagen für Zitrusfrüchte, die gerade verlockend und reif an den Bäumen hängen. Insgesamt war die Gegend südlich von Chania erstaunlich grün für den Herbst und wurde wohl den ganzen heißen Sommer von kleinen Flüssen und Bächen mit Wasser versorgt. In Kastellos parkten wir unser Auto beim Kloster und erklommen dann das kleine Hochplateau, auf dem sich die Ruinen der einst so bedeutenden Siedlung befinden. Viel ist davon nicht geblieben, aber man erahnt die einstige Größe, außerdem ist die Aussicht auf Chania wunderbar.

Kastellos

Als nächstes wollten wir beenden, was wir 2023 begonnen hatten, den Besuch der Festung Koule oberhalb der Bucht von Souda. Damals hatten wir zwei Anläufe unternommen, die in Olivenhainen endeten, aufgrund Kostas' hervorragender Recherche war die Auffahrt heute aber kein Problem. Die osmanische Festung wurde Anfang der 2000er Jahre restauriert und beherbergt eine informative, kleine Ausstellung über die Bucht von Souda und deren herausragende strategische Bedeutung. Etwas unterhalb liegt das fast zeitgleich erbaute Fort Izzedin, das wir vor zweieinhalb Jahren angesehen hatten, und beide Bauwerke sicherten gemeinsam die Einfahrt in den natürlichen Hafen.

Festung Koule

Höhepunkt des Tages war dann aber sicher die archäologische Stätte Aptera, unweit der Festungen gelegen und über viele Epochen besiedelt. Der Stadtstaat Aptera war sehr bedeutend für Kreta und erstreckte sich entlang der Nordwestküste, der Name wurde bereits auf Tafeln in Knossos erwähnt. Darüber hinaus wurden Stätten mit guten Ressourcen und/oder günstiger strategischer Lage natürlich über viele Epochen und Jahrtausende besiedelt, und so findet man nicht Zeugnisse einer Kultur, sondern vieler. So auch in diesem Fall, wobei uns die neuesten Bauwerke am meisten beeindruckt haben, eine römische, dreischiffige Zisterne im Bäderbezirk und ein Theater aus hellenistischer Zeit, das in römischer erweitert wurde.

Zisterne Aptera

Theater Aptera

Auf der Weiterfahrt nach Osten sahen wir uns noch eine venezianische Wassermühle bei Stylos an, dann kehrten wir in einem Café im Ort ein und kümmerten uns um unser Appartement für die kommenden zwei Nächte. Wir fanden das "George's Poet Maisonette" in Rethymno, sehr großzügig und dieses Mal nur über zwei Etagen verstreut, außerdem gibt es statt einer Wendeltreppe eine ganz normale mit losem Geländer, einer abgebrochenen und einer fast abgebrochenen Stufe, was Treppen angeht also eine deutliche Steigerung gegenüber gestern! Das Appartement liegt sehr zentral am nördlichen Ende der Altstadt und bietet einen wunderbaren Blick auf das Meer, außerdem verfügt es über zwei Balkone, auf denen man prima eine Dose Bier trinken kann, die man auf dem Rückweg vom Parkplatz gekauft hat. Was will man mehr?

Da wir uns tagsüber überaus sparsam ernährt hatten, war der Hunger wieder groß, aber dank eiserner Diszilplin blieben wir bei unseren Vorgaben bezüglich der Anzahl der Vor- und Nachspeisen und trafen heute genau den "sweet spot" aus "satt" und "nicht überfressen". Und das Essen war wunderbar, vor allem die Fava-Cremé und die hausgemachte Pasta mit Tomaten und einer Sauce aus Staka (Ziegenbutter)!


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